Simone Zewnik - Personare


Simone Zewnik




Die neue Arbeit aus dem Jahr 2004/2005 besteht aus 20 großformatigen Fotos.

Diese Serie basiert auf der Methode der Selbstinszenierung zur Darstellung unterdrückter Lüste, Ängste und Gewalttätigkeiten. Die Fotografin arbeitet sich gleichermaßen an den gesellschaftlichen, partnerschaftlichen und psychologischen Bedeutungen der Bilder ab.

Jede theatralische Geste ist entweder duchsetzt von irritierender Lieblichkeit oder vordergründiger Sexualisierung, von wahnsinnigem Rollenspiel und gleichermaßen einfachen Wahrheiten.
Surrealistische Elemente entpuppen die Gesamtinszenierung und schaffen neben einem magischen Rauscherlebnis eine erweiterte Ebene zur Gesamtauseinandersetzung mit dem Bild.

Dennoch wirkt das sonst so grobe Material eher unschuldig und weich, fast ein bisschen naiv. So wechseln sich harte Inszenierungen und poetische Kompositionen ab. Die künstlerische Auseinandersetztung mit dem eigenen Körper weist narrative Komponenten auf.

Die Themenwahl basiert unverkennbar auf der Entwicklung der Pinup's in Bezug auf die Rollenverteilung der Frau. So werden amazonenhafte Frauendarstellungen entwickelt, aber auch die Frau als Madonna, Mutter und Geliebte ohne irgendeine Codierung dargestellt. Die Entwicklung der Pinup's, mit der Fotografie als Transportmittel, im Zeitraffer gesehen vom Stil der 50iger Jahre bis hin zum aktuellen virtuellem Pinup, wie Lara Croft, wird bei der Betrachtung der Fotos sichtbar. Dabei verwendet die Fotografin verschiedene Betrachtungsebenen. So tritt der Betrachter einerseits als Voyeur auf und kann sich zum Anderen auf eine intime innigere Beziehung mit dem Model einlassen. Die Fotos entwickeln eine enorme wiedersprüchliche, erzählerische Kraft, da die realistische Ebene verlassen wird und es nur noch um Wahrhaftigkeit geht.

Die Arbeiten wurden durch ständige Produktion als Flucht vor der Zeit, aus dem Müssen heraus als permanente Arbeit geschaffen. Dabei wurden vorangegangene Perfektionen als Sackgasse in der Fotografie gesehen und konsequent durch schnelle Inszenierungen gebrochen. Es gibt nur wenige Mittel und der Prozess wurde recht schnell wieder beendet, dadurch entsteht diese besondere Stille als Betrachtungserlebnis.

In der neuen Serie werden Weiterhin konsequent die Mittel der schwarz/weiß Fotografie verwendet.

Ausstellungen I E-Werk